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01/17/2019
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Salif Keitas starkes letztes Stück

Das sei sein letztes Album, hat Salif Keita erklärt. Keita, eine der größten Stimmen Afrikas, stammt aus dem höchsten malischen Adel und hätte deshalb gar nicht Musiker werden dürfen. Trotzdem ging er Ende der 1960er Jahre als Sänger zur legendären Rail Band in Bamako und dann zu Les Ambassadeurs. Mitte der 1980er zieht es ihn nach Paris und er veröffentlicht 1987 die Meilensteinplatte „Soro“. Zeitgleich mit Mory Kanté („Yeke Yeke“) erobert er damit das neugierige Publikum Europas, indem er die traditionelle Musik Malis mit Synthesizerklängen auf den neusten Stand bringt. Später widmet er sich zeitweilig auch akustischen Klängen, nutzt dann aber weiter überwiegend elektrische Sounds. Jetzt ist als finales Werk „Un autre blanc“ erschienen, das auf Klang-Traditionalisten wenig Rücksicht nimmt. An seiner Seite hat er Freund*innen wie Angélique Kidjo, Alpha Blondy, Ladysmith Black Mambazo und sogar den Pariser Rapper MHD. Auf dieser Platte verteidigt der fast 70-Jährige als der andere – afrikanische – Weiße die Rechte der diskriminierten Albinos und setzt musikalisch das starke Zeichen, das man von ihm erwartet.